COPALA / Dr. Natascha Freund

Coaching & Recht

Schlagwort: Achtsamkeit (Seite 1 von 7)

Sind Sie ein Optimist oder ein Pessimist?

Das ist eine Frage von großer Bedeutung in der heutigen Zeit, denn diese Haltung kann entscheidend dafür sein, wie man als Mensch, als Individuum durch die Krise kommt. Ein Artikel in Spiegel Online, beschäftigt sich eingehend mit dieser Frage und zitiert auch Umfragen von Meinungsforschungsinstituten zur Einstellung der Menschen, die von Jänner bis März um viele Grade pessimistischer geworden sind. Was kann man aber selbst tun? Was ist die beste Einstellung?

„ [ …] zu glauben, dass Optimismus immer besser sei als Pessimismus, wäre sowieso zu kurz gesprungen. Sich in einer so tiefen Krise die Welt rosa zu pinseln, ist naiv und führt zur Unterschätzung von Gefahren. Weder sollte man niedergeschlagen zu Hause sitzen und sich schon sicher sein, irgendwann eine schlimme Corona-Infektion zu durchleiden, noch sollte man darauf vertrauen, dass das persönliche Ansteckungsrisiko bei 30 oder 80 Infizierten auf 100.000 Menschen zu vernachlässigen sei.

Wie also kommt man durch die Krise? Man braucht beides, Hoffnung und Befürchtung. Es ist sinnvoll, bei der theoretischen Analyse einer bedrohlichen Situation eher etwas mehr Skepsis und Pessimismus walten zu lassen, damit man keine Gefahr übersieht oder verharmlost. Anschließend geht es darum, dem theoretischen Pessimismus mit praktischem Optimismus zu widersprechen. Nach dem altbewährten Motto: Du hast keine Chance, aber nutze sie.

Sowohl theoretischer Pessimismus als auch praktischer Optimismus dienen dazu, ein realistisches Bild der Situation zu gewinnen. Der theoretische Pessimismus leuchtet die äußere Gefahr, die uns widerfährt, bis in alle Winkel aus. Hier führen momentan die Virologen das Wort. Mit der Haltung des praktischen Optimismus kann es uns gelingen, die Realität auch aktiv zu gestalten. Erst beide Haltungen zusammen ergeben einen vollständigen Realismus.“

Es ist also ein „sowohl als auch“. Seien Sie skeptisch, aber nicht verzweifelt. Vielleicht beschreibt diese Vorgehensweise auch einen Zeitablauf. Als wir von den Maßnahmen erfuhren, die unser Leben nun prägen, waren wir möglicherweise zunächst ungläubig und dann konnten wir uns nicht vorstellen, wie es weitergeht. Mittlerweile, mit mehr als 3 Wochen massiver Maßnahmen in der Abwicklung des Alltags finden wir uns zurecht und entwickeln Ideen und Vorstellungen, wie es weitergehen kann. Der Mensch hat erstaunliche Fähigkeiten, um sich auf neue Situationen einzustellen, insbesondere dann, wenn die Veränderungen einschneidend sind.

Mir ist bewusst, viele haben große Schwierigkeiten, eine wirtschaftlich unsichere Zukunft, eine fordernde Familiensituation, Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit. Auch ich bin als Einzelunternehmerin von den Änderungen betroffen. Doch ich glaube auch fest daran, dass aus dieser Unsicherheit, dem Wandel etwas Neues und Gutes entstehen kann. Mein praktischer Optimismus gründet sich darauf, dass wir als Menschen nicht stehen bleiben, sondern Ideen entwickeln, um mit der Realität umzugehen. In meinem Bereich wird das das Online-Coaching sein, bei Ihnen etwas anderes.

Ich wünsche Ihnen Mut, Zuversicht, Skepsis und Hoffnung für die Zukunft.

 

Quelle: https://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/corona-krise-wuerde-es-helfen-jetzt-optimist-zu-werden-a-d80f1251-df3f-4600-8554-156df26ed051

„Not to do“-Liste

Machen Sie das auch manchmal? Diese Listen schreiben, was zu erledigen ist, bei der Arbeit oder privat? Und dann auch noch wie man es am besten kombiniert, vom Ablauf her? Optimiert durch den Alltag? Manchmal muss das auch so sein, dass man seine To Do’s abarbeitet. Aber muss es immer so sein?

Ein Interview mit Martin Liebmann, Autor des Buches „Faul zu sein ist harte Arbeit“ im Spiegel (Nr. 37 vom 7.9.2019) zeigte, dass sich unser Leben stetig beschleunigt hat und dass es nahezu fast erforderlich ist, einen Gegenpunkt zu setzen, denn auf Dauer können wir weniger Schlaf und mehr Arbeit nicht bewältigen. Liebmann spricht von Komprimierung, die uns unter Druck setzt. Er selbst führt eine „Not To Do“ Liste, eine Übersicht über Dinge, die ihm die Zeit rauben.

Stellen Sie sich vor, Sie würden auch eine solche Liste führen? Was stünde darauf?

Vielleicht die Beschäftigung mit dem Handy? Soziale Medien, Fernsehen oder Internet? Pflichtbesuche? Unordnung wieder in Ordnung umzuwandeln?

Wenn Sie keine solche Liste führen, kann ich Sie auch beruhigen. Sie sind zu beschäftigt, um diese Liste zu führen. In den „eigenen Abgrund“ zu schauen, kostet auch Zeit. Vielleicht schreiben Sie dann mal auf Ihre „To Do“-Liste, dass Sie eine „Not To Do“-Liste führen?! Oder schauen Sie einmal beim „Verein zur Verzögerung der Zeit“ vorbei. Klingt merkwürdig, ist aber interessant, s. https://www.zeitverein.com.

Wie so oft im Leben kommt man drauf – schnelles und eiliges Vielhandeln ist viel anstrengender und weniger produktiv als gründliches Durchdenken und Analysieren.

Und jetzt eine Übung für Sie: schicken Sie mir Ihre Lieblingseinträge auf Ihrer Liste der Zeiträuber, die Sie nicht mehr machen wollen. Ich erstelle daraus eine „Hitparade“ und berichte über die besten „Not To Dos“ der LeserInnen meines Newsletters.

Zum Abschluss noch ein Zitat, welches mir ein lieber Freund vor vielen Jahren, als ich noch keine „Not To Do“-Liste geführt habe, geschickt hat:

Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind einen Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.

Keine neuen Vorsätze, aber etwas zum Nachdenken…

  1. Was ist derzeit gut in Ihrem Leben?
  2. Womit wollen Sie abschließen?
  3. Was darf Neues kommen?

Nehmen Sie sich Zeit, ein Stück Papier und einen Stift…und beantworten Sie diese Fragen schriftlich.

Entscheidungen im Leben

Weihnachten ist die Zeit des Innehaltens, des Rückblicks, die Zeit der Familie, die Zeit der Besinnlichkeit und auch die Zeit des Nachdenkens in Ruhe.

Wenn ich über das zu Ende gehende Jahr nachdenke, dann sehe ich viele Menschen, die in der Mitte ihres Lebens stehen und beladen sind. Nicht nur, weil es Sorgen um die wirtschaftliche Existenz oder die Gesundheit gibt, sondern weil es seelische Sorgen gibt, Weggabelungen an denen man steht. Was tun, wenn man mit den Eltern oder den Kindern in Unfrieden lebt, was tun, wenn eine Partnerschaft gescheitert scheint, was tun, wenn ein wichtiger und lieber Mensch verstorben ist?

Oft sehe ich diese Menschen in ihren Nöten und sie wirken müde und erschöpft. In ihrem Leben haben sie schon ein weites Stück zurückgelegt; sie wissen, dass es nicht mehr so einfach geht wie in jungen Jahren. Körper und Seele sind nicht mehr ganz jung, man nimmt den Aufzug und nicht die Treppe, man geht, wo man früher gelaufen ist.

Es gibt da diese Geschichte von John Streclecky, wie eine Frau in der U-Bahn einen alten Mann beobachtet, der auf einem Stock gebeugt langsam geht und die sich fragt, ob er in seinem Leben wohl all die Entscheidungen getroffen hat, die ihm wichtig waren und die Mut erfordert haben. Hat er den Beruf gewählt, der ihn interessiert hat, hat er die junge Frau angesprochen, die ihm damals so gefiel, hat er dort gelebt, wo er sich wohlfühlt. Und dann sagt sich diese Frau, dass sie hofft, dass er all diese Entscheidungen so getroffen hat, wie er sie sich gewünscht hat, denn nun im hohen Alter wäre es zu spät, Versäumtes nachzuholen.

Was ich beobachte ist, dass viele Menschen enttäuscht sind vom Leben, frustriert vom Alltag, belastet in menschlichen Beziehungen. Und auch wenn diese Menschen nicht mehr allzu jung sind, so ist doch noch genug Zeit und Kraft. Zwar sind unsere Möglichkeiten in der Mitte des Lebens nicht mehr unbegrenzt. Wer seine Chance sucht und sich etwas wünscht, wie es viele zu Weihnachten tun, der weiß, dass die Kraft und die Zeit dafür nicht unendlich lange vorhanden sein werden.

Daher: Wollen Sie Ihrem Leben eine neue Wendung geben? Wollen Sie etwas lernen? Wollen Sie einen Streit versöhnen? Dann nutzen und ergreifen sie Ihre Chancen und Ihre Möglichkeiten jetzt – wenn und so lange Sie es noch können.

 

Von der „richtigen“ Zeit…

 

Es gibt eine Zeit, Dinge von selbst geschehen zu lassen, und eine Zeit, Dinge zu initiieren.

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