COPALA / Dr. Natascha Freund

Coaching & Recht

Schlagwort: Eltern (Seite 1 von 3)

Rückblick…Erziehung

Wenn Sie heute auf Ihre Erziehung/Kindheit zurückblicken, gibt es etwas, bei dem sie gedacht haben „das werde ich garantiert bei meinen Kindern einmal anders machen“?

Und…ist es so oder haben Sie es doch übernommen, weil mit dem Abstand von ein paar Jahren man gewissen Dinge versteht oder auch nicht…?

Kind und Handy

Neulich sah ich in der Straßenbahn einen Mann mit seinem ca. 2 jährigen Sohn. Der Vater schaute das Kind empathisch und voller Liebe an. Das Kind saß im Kinderwagen, wischte am Handy und beachtete den Vater nicht.

Der Mann sagte zu einem anderen Fahrgast: “Ich habe überlegt, ob ich dem Kind eine zweite Sprache beibringen soll, aber…“ und ich fragte mich: Was ist heute die wichtigere Kulturtechnik: Sprache, empathisches Verhalten oder am Handy wischen???

Väterkarenz und die Folgen für die Partnerschaft

Ende Juli 2018 erschien im Standard ein Artikel zum Thema „Wie es die Männer mit der Karenz halten“. Thematisiert wurde darin, wie die österreichischen Männer und Familienväter die Möglichkeit zur Karenz nutzen.

Fakt ist, dass Männer seit 1990 die gesetzliche Möglichkeit zur Väterkarenz haben, und seit 2004 sogar einen Rechtsanspruch darauf.

Fakt ist aber auch, dass laut Familienministerium derzeit fast ein Fünftel der Väter Kinderbetreuungsgeld bezieht. Das ist wenig und dazu kommt, dass, wer sich für Väterkarenz entscheidet, es meist nur kurz macht, in der Regel kaum länger als 2 Monate.

An der Oberfläche sieht es gut aus, viele Männer bekennen sich zum Vater-Sein und involvieren sich, aber in der Praxis sprechen dann doch viele Gründe dafür, das traditionelle Bild der Rollenverteilung zu wählen, weil z.B. in ländlichen Gebieten die Betreuung für unter 3jährige kaum verfügbar ist oder weil es in den Betrieben weder Erfahrungen mit Väterkarenz gibt noch eine „Akzeptanz“ dafür, dass Vater und Mutter das Kind gemeinsam betreuen und auch beide (aber nicht in Vollzeit) arbeiten gehen.

Väterkarenz ist – so ein Glaubenssatz – schlecht für die Karriere (der Männer). Man kann aber auch fragen – was bewirkt die ungenutzte Väterkarenz für die Partnerschaft?

An dieser Stelle habe ich schon häufig darüber geschrieben, dass Paare mit kleinen Kindern das Risiko eingehen, sich stark auf die Elternebene zu konzentrieren und die Paarebene zu reduzieren. Damit einher geht der Verlust an gemeinsamer Zeit, weil ein starker Fokus auf Kind und Karriere, aber eben nicht auf das Miteinander gelegt wird. Die ungenutzte Väterkarenz verstärkt das noch. Die Mütter bleiben in der traditionellen Rolle, die Väter versuchen als Familienernährer und als Vater zu agieren – aber auch als Partner?

In meiner Praxis habe ich schon viele Fälle gesehen, in denen dieses Ungleichgewicht der Kinderbetreuung auch ein Ungleichgewicht in der Partnerschaft zur Folge hatte. In weiterer Folge gab es den Fokus auf seine Karriere und ihre Erziehungsarbeit – und dann hatten sich beide auseinandergelebt, weil die Paarebene verloren gegangen war.

Wäre es da nicht besser, wenn die Chance besteht, sich gemeinsam gleichwertig um das Kind, um die Erhaltung der Familie aber auch umeinander zu kümmern? Wäre es nicht schön, wenn auch mal die Väter die Betreuung zu Hause übernehmen und die Mama fragen, wie der Tag war, wenn diese nach Hause kommt?

Mit dem Modell der Väterkarenz gibt es die Chance auf eine gleichwertige und gleichberechtigte Involvierung von Frau und Mann in alle Aspekte des Familienlebens – zu Hause, bei der Arbeit und in der Partnerschaft. Ein Gleichgewicht ist auch für das Elternpaar als 2er-Gespann eine gute Sache.

Meine Mutter sagt,…

Meine Mutter sagt, dass es früher auch ein paar normale Papas gab. Die kamen nach Hause, guckten Fernsehen und tranken Bier. Solche Väter gibt es, glaub‘ ich, nicht mehr.

Du kannst zum Beispiel einen Vater haben,

der nicht dein Vater ist.

Oder einen Vater, der zwar dein Vater ist, aber woanders wohnt.

Oder einen Vater, den es zwar gibt, aber du hast keine Ahnung wo.

Oder einen Vater, den du nicht kennst.

Oder einen Vater, den du zwar kennst, zu dem du aber nicht Papa sagst, weil du zu dem Mann deiner Mutter Papa sagst.

Oder einen Vater, zu dem Papa sagst, obwohl er nicht der Mann deiner Mutter ist.

Oder einen Vater, von dem du weißt, wo er ist, zu dem aber nicht hindarfst…

(Kuijer 2006)

Für ein Leben lang…?

Wenn ein Paar heiratet, dann ist dies immer in der Hoffnung, dass diese Ehe ein Leben lang hält. Vor dem Hintergrund, dass laut Statistik Austria 2016 40,5% der Ehen geschieden wurden, darf/soll/muss man den Wunsch an „ein Leben lang“ überdenken?

In Deutschland gab es kurzfristig die Idee, dass Ehen für nur 7 Jahre gelten sollen. Nette Idee – und was passiert dann mit den Kindern? Dürfen sich diese in regelmäßigen Abständen an eine neue Familie gewöhnen?

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