COPALA / Dr. Natascha Freund

Coaching & Recht

Schlagwort: Herausforderung (Seite 1 von 3)

Väterkarenz und die Folgen für die Partnerschaft

Ende Juli 2018 erschien im Standard ein Artikel zum Thema „Wie es die Männer mit der Karenz halten“. Thematisiert wurde darin, wie die österreichischen Männer und Familienväter die Möglichkeit zur Karenz nutzen.

Fakt ist, dass Männer seit 1990 die gesetzliche Möglichkeit zur Väterkarenz haben, und seit 2004 sogar einen Rechtsanspruch darauf.

Fakt ist aber auch, dass laut Familienministerium derzeit fast ein Fünftel der Väter Kinderbetreuungsgeld bezieht. Das ist wenig und dazu kommt, dass, wer sich für Väterkarenz entscheidet, es meist nur kurz macht, in der Regel kaum länger als 2 Monate.

An der Oberfläche sieht es gut aus, viele Männer bekennen sich zum Vater-Sein und involvieren sich, aber in der Praxis sprechen dann doch viele Gründe dafür, das traditionelle Bild der Rollenverteilung zu wählen, weil z.B. in ländlichen Gebieten die Betreuung für unter 3jährige kaum verfügbar ist oder weil es in den Betrieben weder Erfahrungen mit Väterkarenz gibt noch eine „Akzeptanz“ dafür, dass Vater und Mutter das Kind gemeinsam betreuen und auch beide (aber nicht in Vollzeit) arbeiten gehen.

Väterkarenz ist – so ein Glaubenssatz – schlecht für die Karriere (der Männer). Man kann aber auch fragen – was bewirkt die ungenutzte Väterkarenz für die Partnerschaft?

An dieser Stelle habe ich schon häufig darüber geschrieben, dass Paare mit kleinen Kindern das Risiko eingehen, sich stark auf die Elternebene zu konzentrieren und die Paarebene zu reduzieren. Damit einher geht der Verlust an gemeinsamer Zeit, weil ein starker Fokus auf Kind und Karriere, aber eben nicht auf das Miteinander gelegt wird. Die ungenutzte Väterkarenz verstärkt das noch. Die Mütter bleiben in der traditionellen Rolle, die Väter versuchen als Familienernährer und als Vater zu agieren – aber auch als Partner?

In meiner Praxis habe ich schon viele Fälle gesehen, in denen dieses Ungleichgewicht der Kinderbetreuung auch ein Ungleichgewicht in der Partnerschaft zur Folge hatte. In weiterer Folge gab es den Fokus auf seine Karriere und ihre Erziehungsarbeit – und dann hatten sich beide auseinandergelebt, weil die Paarebene verloren gegangen war.

Wäre es da nicht besser, wenn die Chance besteht, sich gemeinsam gleichwertig um das Kind, um die Erhaltung der Familie aber auch umeinander zu kümmern? Wäre es nicht schön, wenn auch mal die Väter die Betreuung zu Hause übernehmen und die Mama fragen, wie der Tag war, wenn diese nach Hause kommt?

Mit dem Modell der Väterkarenz gibt es die Chance auf eine gleichwertige und gleichberechtigte Involvierung von Frau und Mann in alle Aspekte des Familienlebens – zu Hause, bei der Arbeit und in der Partnerschaft. Ein Gleichgewicht ist auch für das Elternpaar als 2er-Gespann eine gute Sache.

Besser einmal versagt, als niemals gewagt

Wer besondere Fähigkeiten hat, darf an sich glauben und alles dafür tun, seine Träume zu verwirklichen. Wer es nicht tut, ist in Gefahr sich viele Jahre des Lebens darum zu grämen, die Chance nicht wahrgenommen zu haben. Und wer hinfällt, steht wieder auf und macht weiter.

Es sind unsere eigenen Grenzen und der (begrenzte) Glaube an uns selbst, der uns hindert, das zu tun, was wir können, wollen und wofür wir gesehen werden wollen. Wer seinen Traum versucht wahr zu machen, darf wirklich behaupten: Jetzt bin ich dran!

Die eigenen Ängste überwinden

Damit Sie in Ihrer Beziehung Kränkungen verarbeiten können, ist es notwendig, dass Sie auch über Ängste sprechen können. Man zeigt damit dem Gegenüber natürlich auch seine Schwächen. Ein solcher Schritt ist umso schwieriger zu machen, wenn man in der Kindheit einer kränkenden und verletzenden Entwertung ausgesetzt war, wenn man Ängste gezeigt hat.

Es ist wichtig, sich dies bewusst zu machen. Wir alle haben den Rucksack der Kindheit zu tragen. Wenn Sie Ihre Schwächen zeigen, kann Ihr Partner seine Stärke zeigen, indem er Ihnen hilft.

Dies ist ein großer Vertrauensbeweis, aber vielleicht einen Versuch wert?

Wie geht – wenn überhaupt – ewige Liebe?

In einem früheren Newsletter habe ich darüber geschrieben, welche Tipps es für Trennungen gibt. Auf der anderen Seite sehnen wir uns doch aber auch alle nach Liebe, nach Begegnung, nach Beziehung und geliebt werden. Einige wünschen sich das sogar für immer und vom selben Menschen. Kann das gelingen? Gibt es ein Rezept für das große Ideal einer Partnerschaft für die Ewigkeit?

Wie soll diese Liebe sein? Vielleicht so wie Annett Louisan in ihrem Lied „Das Rezept“ beschreibt, in dem Sie vom 75jährigen Paul und seiner Frau Agathe Schramm singt:

Wenn man genau hinsieht, dann grinst sie
weil sie ihn noch immer mag
und das seit 55 Jahren
und das bis zum letzten Tag

Und manchmal frag ich mich wie oft
wie oft verliebt man sich und doch geht man getrennt und mit dem Herz das brennt alleine weiter
Ich frag mich wie man so zu zweit für alle Zeit, die Ewigkeit, einander treu und trotzdem frei sein kann

Ich frag mich
wie kriegt man’s hin, das sowas geht
wo ist das Buch, in dem das steht
Was ist die Zutat, das Rezept
dieses geheimnisvolle Kraut
wo kommt das her, ich will das auch

 

Partnerschaft hat heute einen Stellenwert erreicht, bei der es um die Liebe um ihrer selbst willen geht. Heiraten und Zusammensein geht heute unabhängig von Stand, Ansehen und gesellschaftlichen Normen. Es gilt das Ziel der Verwirklichung der romantischen Liebe und viele Menschen versuchen daraus, das Fest ihres Lebens zu machen.

In einer Titelgeschichte des Spiegel (Nr. 28/2018) wird dazu Eva Illouz zitiert, die meint, dass es bei der erwiderten romantischen Liebe viel um den Selbstwert des Menschen geht. Jeder Mensch kann sein Wesen und seine Rolle täglich ändern und neu bestimmen. Und da kommt die Liebe gelegen, denn wenn ein Mensch beschließt, das ganze Leben mit einem anderen zu teilen, ist das doch die höchste Form der Wertschätzung. Die Liebenden bestätigen einander ihre Einzigartigkeit und ihren Wert – eine wunderbare Vorstellung.

Die Wissenschaft hat auch herausgefunden, dass stabile Partnerschaften gut sind für eine stabile Gesellschaft. Ansonsten gibt es auch viele Erklärungsgründe für stabile Partnerschaften

  • Die Hormone Vasopressin und Oxytocin schaffen in unseren Gehirnen das Gefühl von Nähe und Vertrautheit – gut für stabile Partnerschaften.
  • Aus wirtschaftlicher Sicht geben stabile Partnerschaften „Werte“ und „Güter“, die niemand alleine herstellen und den Nutzen daraus ziehen kann, z.B. den vom Partner gebackenen Geburtstagskuchen.
  • Der Umgang miteinander auf Augenhöhe in einer gleichberechtigten Partnerschaft

Noch mehr erforscht sind die Gründe für das Scheitern von Partnerschaften, z.B. die Konzentration auf die Kinder (Elternebene) und das Vernachlässigen der Paarebene, getrenntes Wohnen oder zu hohe Erwartungen an den Partner und die Partnerschaft.

Letztendlich hat aber jedes Paar sein „Geheimnis“ des Glücks und der ewigen Liebe und deshalb kann ich Ihnen kein allgemein gültiges Rezept bieten, aber hoffentlich viele Anregungen für ein langes, gemeinsames, harmonisches und zufriedenes Leben.

Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass gegenseitige Wertschätzung, der Versuch, die Welt mit den Augen des/der Partner/in zu sehen (was wahrscheinlich der schwierigste Part ist), Ehrlichkeit, Vertrauen und offene wie auch wertschätzende Kommunikation wesentliche Helferleins für eine gute Beziehung sind.

Meine Grenzen sind nicht auch deine Grenzen!

Bedenken Sie bitte, dass IHRE Grenzen immer etwas mit IHNEN zu tun. Weil Grenzen so höchst persönlich sind, kann es sein, dass jemand unabsichtlich Ihre Grenzen überschreitet…ohne es zu bemerken. So wie Sie, auch manchmal unbeabsichtigt die Grenzen von anderen überschreiten.

Zum Nachdenken: Wie reagieren Sie auf die Grenzüberschreitungen von anderen Ihnen gegenüber? Was würden Sie sich wünschen, dass anderen Menschen Ihnen gegenüber reagieren?

Wir können das Verhalten anderer nicht beeinflussen, aber wir können anderen vorleben, wie wir gerne behandelt werden möchten.

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