COPALA / Dr. Natascha Freund

Coaching & Recht

Schlagwort: Verletzung

Trennung

Kennen Sie auch so ein Paar, das DAS Vorzeigepaar ist und plötzlich trennt es sich?

Einer von den beiden fühlt sich in der Beziehung nicht mehr gut, verheimlicht das aber nicht nur dem anderen gegenüber, sondern vermutlich auch gegenüber sich selbst.

Wenn dem unzufriedenen Teil seine Emotionen einmal bewusst werden, trennt sich dieser relativ „leicht“ und ohne lange Vorankündigung, während der andere vor dem Kopf gestoßen ist. Der Verlassene hat keine Chance zu reagieren und wird vermutlich nie die Möglichkeit haben zu verstehen, was da eigentlich wirklich passiert ist.

Verzeihen ist die größte Heilung

Wenn ein Stammesmitglied der Babemba aus Südafrika ungerecht gewesen ist oder unverantwortlich gehandelt hat, wird er in die Dorfmitte gebracht, aber nicht daran gehindert wegzulaufen. Dann versammeln sich die Bewohner des Dorfes und jeder einzelne erinnert den „Angeklagten“ was er , nämlich der Angeklagte Gutes im Leben gemacht hat…soweit ein Auszug aus einer Metapher.

Wenn wir jemand anderen anklagen, verurteilen, was er/sie einem angetan hat, wäre es nicht einen Versuch wert auch auf die positiven Dinge zu schauen, die wir mit diesem Menschen erlebt haben? Wünschen wir uns nicht selbst auch, wenn wir der/die „Angeklagte“ sind, Vergebung und damit wieder Integration?

Durch Verzeihen wird die Möglichkeit gegeben, die Vergangenheit zum einen und auch die Angst vor der Zukunft zum anderen loszulassen.

Die wahren Paradiese sind die, die man verloren hat (Marcel Proust)

Trennung ist ein gemeinsamer Prozess, auch wenn die jeweiligen Partner diesen unterschiedlich erleben. Wenn auch im Moment vielleicht schwer nachvollziehbar, so leiden beide Partner an einer Trennung, denn egal von welcher Perspektive man es sieht – Mann oder Frau ist in seinem Plan, ein Leben lang zusammen zu bleiben, gescheitert – freiwillig oder unfreiwillig.

Noch einmal hinschauen…

Manchmal passiert es leider, dass wir verletzt werden – bewusst und manchmal auch ganz unbewusst – von unseren Eltern, Geschwistern, Freunden, dem Partner/der Partnerin, ja sogar von Fremden. Die Verletzung sitzt tief, anfangs wie eine Wunde und mit der Zeit wie eine feste Narbe.

Um diese Verletzung zu überwinden, dürfen Sie die Ihnen zugefügte Wunde noch einmal öffnen…Sie müssen nochmals in das Gefühl der Verletzung eintauchen. Nur wenn wir noch einmal das Gefühl durchleben – noch einmal über das alte Schlachtfeld schreiten – können wir die Verletzung lindern.

Schauen Sie nicht weg – schauen Sie sich noch einmal Ihre Verletzung(en) an…ganz egal wie lange die Reise dauert…es zahlt sich jedenfalls aus!

Warum Reflek(x)ion so wichtig ist

Schlägt man im Duden das Wort Reflektion/Reflexion nach, findet man unter anderem folgenden Beitrag:

das Nachdenken; Überlegung, prüfende Betrachtung; prüfendes und vergleichendes Nachdenken

In der Tat, reflektiert über eine Situation nachzudenken, hilft uns daraus zu lernen. Nicht alles läuft optimal in unserem Leben und zugegeben, jeder von uns macht ab und an einen Fehler. Von berühmten Persönlichkeiten haben wir gelernt, dass diese nicht ausschließlich darauf geachtet haben, was sie „falsch“ gemacht haben, sondern dass sie daraus die Erkenntnis gewonnen haben, wie eine Sache nicht funktioniert – und das eventuell sogar viele Male, bis sie die richtige Lösung, den richtigen Ansatz hatten. Wenn wir reflektiert durchs Leben gehen, dürfen auch wir lernen, wie Dinge aber ebenso zwischenmenschliche Beziehungen funktionieren und wie nicht. Wir dürfen für uns dazu lernen.

Dieses Lernen beinhaltet auch zu akzeptieren, dass andere Menschen „anders“ sind – anders als wir und eventuell auch anders als wir es gerne hätten – das kann einen manchmal auch ganz schön ärgern. Bei Imago heißt es, wenn immer wir uns über den oder die anderen ärgern, so liegen 90% der Ursache dafür bei uns. Das heißt, ein Verhalten anderer Menschen, das in uns eine Reaktion auslöst (z.B. Ärger, Verwunderung), hat seinen Grund nur zu 10% im Verhalten dieses Menschen. 90% unserer Reaktion liegt in unserer eigenen Geschichte, unserer Einstellung und unseren Werten begründet. Daher ist es so wichtig, die Dinge, Geschehnisse zu reflektieren, denn damit lernen wir uns und unsere Geschichte immer besser kennen – und können darüber hinaus versuchen, den anderen Menschen in seiner Geschichte und seinem Verhalten besser zu verstehen.

Es gibt kein Gut und es gibt kein Böse; es gibt kein richtig und es gibt kein falsch und ganz wichtig – es sind nicht immer die anderen schuld…schaue zuerst einmal auf deinen eigenen Anteil nach dem Motto

„der, der ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein…“.