COPALA / Dr. Natascha Freund

Coaching & Recht

Schlagwort: Selbstwert

Besser einmal versagt, als niemals gewagt

Wer besondere Fähigkeiten hat, darf an sich glauben und alles dafür tun, seine Träume zu verwirklichen. Wer es nicht tut, ist in Gefahr sich viele Jahre des Lebens darum zu grämen, die Chance nicht wahrgenommen zu haben. Und wer hinfällt, steht wieder auf und macht weiter.

Es sind unsere eigenen Grenzen und der (begrenzte) Glaube an uns selbst, der uns hindert, das zu tun, was wir können, wollen und wofür wir gesehen werden wollen. Wer seinen Traum versucht wahr zu machen, darf wirklich behaupten: Jetzt bin ich dran!

Selbstwert

Liebe Leserinnen und Leser,

die Studie „Transitions in Romanctic Relationships and Developments in Self-Esteem“ befasst sich mit der Frage des Selbstwertes, vor allem damit, welche Ereignisse dazu führen, dass manche Menschen besonders positive Veränderungen beim Selbstwertgefühl erleben, während bei anderen der Entwicklungsverlauf weniger positiv ist.

Ganz entscheidend für den Selbstwert sind die Erfahrungen in Partnerschaften.

Sowohl der Beginn einer Partnerschaft als auch eine Trennung beeinflussen das Selbstwertgefühl. Im Ergebnis steigerte sich der Selbstwert, wenn die Partnerschaft mindestens ein Jahr lang andauerte. Im Gegensatz dazu veränderte eine kurze Partnerschaft von geringer Beziehungsqualität das Selbstwertgefühl nicht.

Noch eine positive Nachricht: Das Ende einer Beziehung hatte keine langfristigen Auswirkungen auf den Selbstwert, d.h. im Allgemeinen führen Trennungen nur zu vorübergehenden Verringerungen im Selbstwertgefühl und erholt sich schnell wieder.

Daraus dürfen wir lernen, dass in unserer schnellen Zeit und der oft schwierigen Paarbeziehungen dennoch Menschen nicht an einem Verlust an Selbstwert leiden müssen, wenn eine längere Partnerschaft zerbricht. Man kommt wieder auf die Beine.

Da ich viele Menschen im Prozess der Trennung und Scheidung begleite, erlebe ich immer wieder auch das andere Bild. Menschen, die durch das Ende einer Partnerschaft seelisch angeschlagen sind und sehr oft wirtschaftlich in Not geraten. Hier kann eine unterstützende Beratung helfen, mit diesen Sorgen besser umzugehen und sich etwas Rückenwind für den Alltag zu holen.

Selbstwert bedeutet auch, sich selbst zu schätzen und auch bei einer gescheiterten Partnerschaft kann es wichtig sein, sich daran zu erinnern. Denn ist der Selbstwert stark, kann man auch leichter eine neue Beziehung eingehen.

Alle Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen. (Friedrich Nietzsche)

Mit selbstwertstärkenden Grüßen

Natascha Freund

Über die Feinfühligkeit

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie das…

  • eine spaßige Bemerkung, eine Bemerkung lässt Sie tagelang grübeln…
  • bei der Heimfahrt nach der Arbeit drehen Sie das Radio ab, weil es einfach zu viel ist…
  • überfüllte Einkaufszentren meiden Sie, weil es dort einfach zu lebhaft, laut und voll ist…
  • ein berührender Film rührt Sie zu Tränen…
  • manchmal haben Sie das Gefühl, zu wissen, was der andere denkt…

Die Psychologin Elaine N. Aron fand heraus, dass manche Menschen feinfühliger sind als andere. Diese Eigenschaft wird als „hochsensibel“ bezeichnet.

Hochsensibilität ist eine angeborene Eigenschaft. Es ist die Besonderheit der Reizverarbeitung. Das ist übrigens keine neue Entdeckung. Hochsensible haben „Antennen“, sind ständig „on air“, daher bemerken sie Dinge auch früher als andere, hören auf Frequenzen, die andere nicht bemerken. Unsere dünnhäutigen Vorfahren erkannten Gefahren schon früher und konnten somit die anderen warnen und damit mitunter retten. Heute erkennen sie schwelende Konflikte im Team womöglich schon als erster.

Die Hirnforschung bestätigt, dass es deutliche Unterschiede zwischen den Gehirnen von Hochsensiblen und anderen Menschen gibt. Jene Regionen, die mit Aufmerksamkeit und der Verarbeitung von Sinnesdaten zu tun haben, reagieren bei hochsensiblen Menschen sehr aktiv auf jede Art von Stimulierung.

Die österreichischen Forscher Christina Blach und Josef W. Egger haben untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen Ängstlichkeit, Depression und Stressreaktivität besteht. Gerade in Bezug auf die Ängstlichkeit wurde hier ein Zusammenhang gefunden. Je höher die Ängstlichkeitswerte sind, desto stärker ist die Hochsensibilität ausgeprägt.

Hochsensible Persönlichkeiten sind keine homogene Gruppe, sondern jede/r ist individuell unterschiedlich, weil die Sinne jeweils unterschiedlich ausgeprägt sind. Hinzu kommen vorhandene Anlagen und Eigenschaften, aber auch getätigte Erfahrungen.

Hochsensibilität hat nicht nur einen Nutzen für Sie persönlich, sondern kann auch ein guter Beitrag für die Gemeinschaft sein.

Zugegeben, es ist anstrengend immer „aktiv“ zu sein, daher ist es wichtig, dass sich hochsensible Menschen ihre Freiräume schaffen und sich auch Werkzeuge zurecht legen, wie sie gut durch den Alltag kommen:

In erster Linie ist Abgrenzung sehr wichtig. Wenn Sie sich angegriffen fühlen, fragen Sie sich, ob es hier wirklich um Sie als Person geht. Nicht jedes Problem, das Sie wahrnehmen ist auch wirklich „Ihr“ Problem.

  • Ändern Sie den Blickwinkel: Der andere hat womöglich nur einen schlechten Tag.
  • Achten Sie darauf, dass Sie sich regelmäßig eine Auszeit nehmen, sich vom Alltagstrubel zurückziehen  können. Hilfreich können dabei auch Mediationen sein.
  • Wenn stressige Situationen unausweichlich sind, legen Sie sich virtuell eine Rüstung an oder setzen Sie sich unter eine dicke Käseglocke

Für Hochsensible bedeutet ihre erhöhte Wachsamkeit aber auch enormen Stress. Hinzu kommt, dass die permanente Erfahrung des „anders sein“ das Selbstwertgefühl schwächen kann. Hochsensibilität kann aber auch als Gabe angesehen werden…

Unterschätze dich nicht selbst, indem du dich mit anderen vergleichst. Es sind unsere Unterschiede, die uns einzigartig machen.

Mit sensiblen Grüßen

Natascha Freund

Quelle: Psychologie heute, September 2015