COPALA / Dr. Natascha Freund

Coaching & Recht

Schlagwort: Veränderung (Seite 1 von 5)

Aus – Ende – Vorbei: aber wie kommuniziert man das?

Letztens las ich einen Artikel mit „10 Regeln für eine halbwegs vernünftige Trennung“. Das klang spannend, erwartet sich der Leser hier doch Tipps und Tricks für die Lebensführung in einer schwierigen Situation. Genauer gesagt zu der heiklen Frage: wie sage ich ihm / ihr, dass ich ihn / sie loswerden möchte.

Wichtige Handlungsempfehlungen waren, z.B.

  • Wer eine Trennung will, sollte nicht lange warten
  • So ehrlich, aber gleichzeitig so wenig verletzend wie möglich sein
  • Tränen trocknen und raus da
  • Nicht erpressen lassen
  • „Freunde bleiben“ – frühestens in sechs Monaten

Liest man diese Tipps, dann denkt man vielleicht, dass das gute Hinweise für eine sicher unangenehme Situation sind? Es fühlt sich nicht gut an, den Schlussstrich zu ziehen, Gemeinsames aufzugeben und es ist oft schwer, den einst oder noch immer geliebten Menschen damit zu konfrontieren, sie/ihn vielleicht aus „allen Wolken“ zu reißen. Das Ende einer Beziehung ist nicht immer ein Wunsch von beiden Seiten. Wer das Ende verkündet und „geht“, hat sich das oft lange im Voraus überlegt. Den Partner mag es spontan treffen. Wie bereitet man sich darauf vor?

Mit einer Trennung werden beide verletzt. Wie geht es am besten, dass diese Mensch auch später wieder vertrauen können? Ich möchte daher noch ein paar Tipps aus meiner Erfahrung dazustellen:

  • In die Welt des anderen gehen: eine „gelungene Trennung“ setzt voraus, dass Sie nicht nur Ihre Bedürfnisse kennen und verfolgen, sondern auch versuchen, die Situation aus der Sicht Ihres Partners/Ihrer Partnerin zu betrachten. Was brauche ich? Aber auch: was braucht mein Partner/meine Partnerin? Wie kann ich erklären, was mich verletzt und mich zu dieser Konsequenz bringt?  Die Klarheit darüber erleichtert eine gute Trennungs-Kommunikation.
  • Vom Symbol zur Ursache: wenn Sie wissen wollen, worum es wirklich geht, dann versuchen Sie gemeinsam hinter die Dinge zu sehen. Warum streiten wir so oft? Warum passen unsere Lebensentwürfe nicht zusammen? Warum ist einer fremdgegangen? All das sind Symbole für unerfüllte Entwicklungsbedürfnisse in der Partnerschaft. In einem Imago-Dialog können Sie von der Symbol-, über die Bedürfnis- und Gefühlsebene zur Verbindung kommen und erkennen, worum es wirklich geht und warum es in der Partnerschaft nicht (mehr) geht. Und das können Sie einander mitteilen. Das ist vielleicht aufwändig, aber Sie lernen daraus auch sehr viel für sich selbst.
  • Kommunizieren Sie wertschätzend. Sie haben diesen Menschen einmal geliebt (oder tun es sogar noch). Vorwürfe und Du-Botschaften sind Fehl am Platz – ebenso wie „Ich bin Schuld“ -Aussagen.
  • Vorsicht vor dem Fahrrad im Keller: überlegen Sie, wie viel Kontakt und Gemeinsamkeit Sie noch wollen. Vermeiden Sie, dass nach einer räumlichen Trennung noch viel Gemeinsames bleibt, z.B. Gegenstände im Haushalt des Anderes, gemeinsame Verpflichtungen organisatorischer oder finanzieller Art.  All dies sind Symbole für „Es ist noch nicht vorbei“.
  • Holen Sie sich professionelle Hilfe: Sie gehen bei Krankheit zum Arzt; Sie lassen sich die Haare und die Nägel machen; Sie sind im Fitness-Studio – überall suchen Sie professionellen Rat für Aspekte Ihres Lebens. Warum soll man das in einer Stresssituation mit langfristigen Konsequenzen für alle Beteiligten sowohl auf der persönlichen als auch auf der finanziellen Ebene nicht auch tun?

 

Quelle des genannten Artikels: https://www.bento.de/gefuehle/schluss-machen-10-regeln-fuer-eine-halbwegs-vernuenftige-trennung-a-00000000-0003-0001-0000-000002257137

Heute schon gelächelt?

Wussten Sie, dass unser Gehirn nicht unterscheiden kann, ob wir tatsächlich lächeln oder nur den Mund in Richtung eines Lächeln ziehen? Wenn wir unsere Mundwinkel zu einem Lächeln ziehen und dies für mindestens 60 Sekunden halten, beginnt das Gehirn bereits Serotonin auszuschütten. Studien zeigen, dass diese Übung zu mehr Zufriedenheit beiträgt.

Probieren Sie es aus – stellen Sie sich vor dem Spiegel oder sonst wo und lächeln Sie…die Übung ist umso effektiver, wenn Sie diese mehrfach am Tag machen.

Ein sehr anschauliches Video dazu gibt es von Vera Birkenbihl: https://www.youtube.com/watch?v=LtPZ3gKAZs0

Spruch der Woche (KW 46)

Wenn jemand seinen Weg gefunden hat, darf er keine Angst haben. Er muss auch den Mut aufbringen, Fehler zu machen.

Paulo Coelho, Brida

Spruch der Woche (KW 43)

Wer sich verändert, zahlt einen Preis. Wer sich nicht verändert auch.

Was bedeutet Freundschaft heute im Vergleich zu vor 40 Jahren?

Im September habe ich in meiner Praxis einen Workshop zum Thema „Friends will be friends“ durchgeführt. Es ging für die teilnehmenden Freundes-Paare unter anderem darum herauszufinden, warum sie gerade mit dieser Person so gut befreundet sind; was ihnen diese/ihre Freundschaft bedeutet und was diese/ihre Freundschaft ausmacht; wie man vom Gegenüber wahrgenommen werden möchte (und auch nicht); was sie beitragen können, damit die Freundschaft auch weiterhin blüht und vieles mehr.

Ein wesentliches Ergebnis war, dass es die gemeinsamen Erlebnisse, aber eben auch die (eigenen) Kindheitsverletzungen sind, die Freundschaften entstehen lassen. Zu diesem Thema komme ich in einen der nächsten Beiträge zurück. Heute möchte ich auf etwas anderes hinaus, denn die Teilnehmer haben auch herausgearbeitet, dass gemeinsame Erlebnisse in der Jugendzeit wie Fußballspielen, Zeltlager, Tanzkurs oder ähnliches sehr verbindend waren. An diesen Beispielen merkt man schon, bei den Teilnehmern handelte es sich um Menschen, die in den 70er und 80er Jahren aufgewachsen sind, mit starkem persönlichem Bezug zueinander und einer intensiv erlebten Zeit mit gemeinsamer Aktivität.

Ein Jugendlicher von heute hat auf meine Frage nach Freundschaft so geantwortet: „Ich habe 18 Freunde auf der PS4, von denen ich 14 noch nie gesehen habe.“ Dies bietet eine ganz andere Perspektive auf das Thema Freundschaft – sozusagen Freundschaft durch ein gemeinsames Hobby, das auf einer Internet-Plattform ausgeübt wird, zum großen Teil ohne jeglichen persönlichen Bezug. Man hat eine Freundschaft vielmehr, weil man eine Leidenschaft teilt, aber nicht, weil man einen anderen Menschen mit seinen Stärken und Schwächen mag, seinen Charakter, seinen Einsatz für das Gemeinsame oder weil man gerne Zeit mit diesem Menschen verbringt – einfach so.

Es gibt eine Postkarte mit dem schönen Spruch: „Freunde sind die, die bleiben, obwohl sie dich kennen.“ Ich habe mich gefragt, ob das für die PS4-Freunde auch gilt – oder sind die nur solange befreundet, bis man offline geht?

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