COPALA / Dr. Natascha Freund

Coaching & Recht

Schlagwort: Loslassen (Seite 2 von 2)

Loslassen

Losgelassen haben Sie dann, wenn der Mensch oder die Situation Sie nicht mehr emotional aufwühlt, zornig macht, Ihr Leben in einen Scherbenhaufen verwandelt.

Die emotionale Auflösung bedeutet nicht, dass Sie den Menschen nie geliebt haben oder Ihnen die loszulassende Situation nie etwas bedeutet hat. Die emotionale Auflösung bedeutet, dass Sie Ihre Gefühle geklärt haben und nun mit einem neuen Blatt Papier und frischen Stiften einen neuen Weg beschreiten.

Wenn Sie wirklich noch starke Gefühle für einen Menschen haben, den Sie eigentlich loslassen wollten oder noch immer intensiv an eine Situation denken, die Sie loslassen wollten, dann drücken Sie – am besten schriftlich – ein letztes Mal ihr Enttäuschung, Liebe und Gefühle aus. Erst dann können die alten Gefühle den neuen Gefühlen Platz machen.

Warum Reflek(x)ion so wichtig ist

Schlägt man im Duden das Wort Reflektion/Reflexion nach, findet man unter anderem folgenden Beitrag:

das Nachdenken; Überlegung, prüfende Betrachtung; prüfendes und vergleichendes Nachdenken

In der Tat, reflektiert über eine Situation nachzudenken, hilft uns daraus zu lernen. Nicht alles läuft optimal in unserem Leben und zugegeben, jeder von uns macht ab und an einen Fehler. Von berühmten Persönlichkeiten haben wir gelernt, dass diese nicht ausschließlich darauf geachtet haben, was sie „falsch“ gemacht haben, sondern dass sie daraus die Erkenntnis gewonnen haben, wie eine Sache nicht funktioniert – und das eventuell sogar viele Male, bis sie die richtige Lösung, den richtigen Ansatz hatten. Wenn wir reflektiert durchs Leben gehen, dürfen auch wir lernen, wie Dinge aber ebenso zwischenmenschliche Beziehungen funktionieren und wie nicht. Wir dürfen für uns dazu lernen.

Dieses Lernen beinhaltet auch zu akzeptieren, dass andere Menschen „anders“ sind – anders als wir und eventuell auch anders als wir es gerne hätten – das kann einen manchmal auch ganz schön ärgern. Bei Imago heißt es, wenn immer wir uns über den oder die anderen ärgern, so liegen 90% der Ursache dafür bei uns. Das heißt, ein Verhalten anderer Menschen, das in uns eine Reaktion auslöst (z.B. Ärger, Verwunderung), hat seinen Grund nur zu 10% im Verhalten dieses Menschen. 90% unserer Reaktion liegt in unserer eigenen Geschichte, unserer Einstellung und unseren Werten begründet. Daher ist es so wichtig, die Dinge, Geschehnisse zu reflektieren, denn damit lernen wir uns und unsere Geschichte immer besser kennen – und können darüber hinaus versuchen, den anderen Menschen in seiner Geschichte und seinem Verhalten besser zu verstehen.

Es gibt kein Gut und es gibt kein Böse; es gibt kein richtig und es gibt kein falsch und ganz wichtig – es sind nicht immer die anderen schuld…schaue zuerst einmal auf deinen eigenen Anteil nach dem Motto

„der, der ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein…“.

5 Elemente eines gelungenen Lebens

Liebe Leserinnen und Leser,

vor kurzem las ich ein Interview mit Eva Menasse in der Zeitung derStandard (16.04.2017) mit dem Titel „Der Schlüssel zu einem gelungenen Leben“. Darin zeigte sie auf, welche Entwicklungen einerseits sie und ihre Familie persönlich geprägt haben und andererseits, was sie an gesellschaftlichen Entwicklungen sieht und was wichtig ist, in der heutigen Zeit ein gutes Leben zu führen.

Dies brachte mich zum Nachdenken über das, was ein gelungenes Leben ausmacht und ich bin dabei auf die folgenden 5 Elemente gekommen:

1. Zufriedenheit mit dem, was ist:

Eva Menasse nennt es „Wohlstandsverwahrlosung“, wenn wir auf hohem Niveau jammern und uns über Dinge, die eigentlich Kleinigkeiten sind, aufregen. Wenn man bedenkt, was frühere Generationen erlebt und durchgemacht haben, geht es uns heute doch eigentlich sehr gut?!

2. Dem selbst gemachten Zeitdruck entfliehen:

Die Vermischung von privatem Leben und Arbeitsleben, die höhere Geschwindigkeit durch zunehmende Technisierung des Alltags, die Abhängigkeit von jederzeit und überall verfügbaren Informationen macht unsere Gesellschaft ein bisschen krank und entfremdet uns voneinander. Eine „Digitale Abstinenz“ oder „Handy-Entziehungskur“ könnte hier Wunder wirken?!

3. Achtsamkeit für sich selbst:

Eva Menasse bemerkt, dass unsere Generation die erste ist, die vermehrt therapeutische Hilfe benutzt und dass dies sehr hilfreich sein kann. Das Reden über bestimmte Dinge hilft, auch sich selbst besser zu verstehen. Mit mehr Achtsamkeit für sich selbst und mehr Nachdenken über sich selbst können wir vielleicht auch gemeinsam mehr erreichen, ohne dass wir alle gleich zu Egoisten werden.

4. Auf schlechte Gefühle verzichten:

Es gibt viele schlechte Gefühle in der heutigen Zeit: „Gier, Hass, Neid und Rachsucht sind die Seuchen dieser Welt“ singt Pur im Lied „Neue Brücken“. Gelingt es uns, uns von diesen zu lösen, werden wir auch in der Lage sein ein gelungeneres Leben zu führen, mit dem was ist, zufrieden zu sein?!

5. Mehr Empathie im Alltag:

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Technisierung und unsere Abhängigkeit von Informationen und elektronischen Geräten und auch bei der Erosion der gesellschaftlichen Basis stellen wir fest, dass immer mehr Empathie verloren geht, die Fähigkeit mit anderen mitzufühlen und auf andere einzugehen. Mehr Empathie auch durch Selbstreflektion und Reflektion mit anderen über uns selbst, würde uns auch zu einem gelungenen Leben helfen?!

Natürlich ist all dies leichter gesagt als getan, aber vielleicht möchten Sie über diese 5 Punkte nachdenken und sich fragen,

  • wo könnte ich ansetzen, um ein gelungenes Leben zu haben und
  • welche Elemente würden mich dabei bereichern

Ich ende diesen Newsletter mit einem Zitat von Pearl S. Buck

Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.

Mit gelungenen Grüßen

Natascha Freund

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